Was ist das besondere an Online-Texten?

Online Texte repräsentieren ein eigenes Genre. Gleich ob sie der Werbung oder Information dienen, sollen sie so verfasst sein, dass der Leser in der Lage ist, sie ohne vermehrte Aufmerksamkeit oder Zeitaufwand zu erfassen. Dies erfordert einen ganz besonderen Schreibstil, in dem Knappheit, Prägnanz und Übersichtlichkeit dominieren.

Kurze Sätze sind ein Muss. Schon der zweite Satz dieses Artikels sprengt die Grenze des Empfehlenswerten. Als Orientierung dient das Limit von zwei Kommata pro Satz. Wie kommen Sie zu knappen Sätzen? Vermeiden Sie bei Verben „kann“-Konstruktionen. Schreiben Sie „Als Orientierung dient …“ anstatt „Als Orientierung kann … dienen“. Benutzen Sie „kann“ nur, wenn Sie tatsächlich eine Option beschreiben. Überhaupt ist das bloße Verb jeder zusammengesetzten Konstruktion vorzuziehen. Kontraproduktiv sind auch die sogenannten Füllwörter. Sie fügen dem Sinn eines Satzes wenig bis gar nichts hinzu. Konstrukte und Wörter wie „im allgemeinen“, „nicht immer unbedingt“, „bereichsweise“, „in der Regel“ und „ja doch nicht“ können meistens wegfallen oder kürzer gefasst werden.

Zwecks Übersichtlichkeit ist die Gliederung in Stichpunkte nützlich. Das kann bei Ratgebern beispielsweise Allgemeines – Anwendung – Vorsichtsmaßnahmen sein. Bei Informationstexten ist eine Einteilung, je nach Fokus, in Geschichte – Entwicklung – heute, oder Was ist das? – Pro – Contra möglich. Wichtig ist eine logische Abfolge und die Einteilung in Absätze. Fügen Sie bei langen Texten Zwischenüberschriften ein. Das erleichtert die Übersicht.

Klare Anweisungen sind besonders bei Ratgebern wichtig. Hier sollten Sie sich höchstens ein Komma pro Satz gestatten. Schreiben Sie im Präsenz und halten Sie sich an die Chronologie des Ablaufs. „Legen Sie ein Humusbeet an. Warten Sie auf Nachttemperaturen im Plusbereich. Erst dann säen Sie die Samenkörner aus“ ist besser als „Die Samenkörner säen Sie, wenn die Nachttemperaturen sich im Plusbereich halten, in das vorbereitete Humusbeet aus“. Denken Sie daran: Online Texte sind keine Romane, für die sich ein Leser Zeit nimmt. Übrigens, dies war eine Negativ-Konstruktion. Vermeiden Sie auch die.

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